Barnabas um 70–100 n. Chr.:
„... Der Herr hat es auf sich genommen, für uns zu leiden, obwohl er der Herr der ganzen Welt
ist. Bei der Weltschöpfung sagte Gott zu ihm: ‚Wir wollen einen Menschen machen, uns ähnlich
und vergleichbar‘ [Gen 1,26]. Dennoch hat er es auf sich genommen, durch Menschenhand zu
leiden. Wie passt das zusammen? ... Und er hat es auf sich genommen, als Mensch auf die Welt
zu kommen, um den Tod zu vernichten und um zu zeigen, dass es die Auferstehung der Toten
gibt“ (Barn 5,5f [ANF 1,139]).
Ignatius von Antiochien um 105 n. Chr.:
„Das war das Ende aller Sterndeuterei. Alle Fesseln der Bosheit wurden gesprengt. Wer nichts
über Gott wusste, wurde belehrt, das alte Reich des Bösen wurde zerstört. Denn Gott war als
Mensch erschienen, Leben für immer neu zu machen. Gott setzte seinen Plan in die Tat um. Weil
es dem Tod an den Kragen ging, geriet alles in Bewegung“ (IgnEph 19,3 [ANF 1,57]).
„Ich bete darum, dass es euch in Verbundenheit mit Jesus Christus, unserem Gott, immer wohler-
gehen möge. Bleibt eins mit Gott und unter seiner Obhut. ... Lebt wohl in der Gemeinschaft des
Herrn!“ (IgnPol 8,3 [ANF 1,96]).
Aristides um 125 n. Chr.:
„Die Christen nun leiten den Anfang ihrer Religion von Jesus Christus her. Dieser wird der Sohn
des höchsten Gottes genannt [Lk 1,32.35], und es heißt von ihm, dass er als Gott vom Himmel
niederstieg [Joh 3,13; 6,38.42] und von einer hebräischen Jungfrau Fleisch annahm und anzog
und dass so in einer Menschentochter der Sohn Gottes Wohnung nahm“ (Apologie 2,6 [ANF
9,265]).
Unbekannter Verfasser an Diognet um 125 n. Chr.:
„... hier ist wirklich der unsichtbare Gott selbst am Werk, er, der alles beherrscht und alles er-
schaffen hat. Vom Himmel her hat er selbst ein Stück seiner eigenen Wirklichkeit, das heilige
und unbegreifliche Wort, in die Menschen hineingelegt und in ihnen fest werden lassen. Anders
als man vermuten könnte, schickte er nicht irgendeinen seiner Diener zu den Menschen, einen
Engel oder einen Fürsten der unsichtbaren Mächte oder einen von den unsichtbaren Gebietern
über irdische Dinge oder einen von den Statthaltern in den Himmelsregionen, sondern vielmehr
den Baumeister und Hersteller aller Dinge selbst, durch den er die Himmel geschaffen und das
Meer in seine Grenzen eingeschlossen hat und dessen geheimen Regeln alle Elemente der
Schöpfung folgen ... Wie ein König seinen Sohn sendet, hat er uns einen König gesandt. Er hat
ihn wie einen Gott zu den Menschen gesandt, nämlich weil er retten will, weil er überzeugen
will ...“ (Diogn 7,2.4 [ANF 1,27]).
2. Clemensbrief vor 150 n. Chr.:
„... Was von Gott gilt, das muss auch von Jesus Christus gelten: Er ist ‚Richter über Lebende
und Tote‘ [Apg 10,42]. Wie großartig ist unsere Erlösung!“ (Kap. 1,1 [ANF 7,517]).
Justin der Märtyrer um 160 n. Chr.:
„... den, der unser Lehrer ... gewesen und dazu geboren worden war, Jesus Christus, der gekreu-
zigt wurde ..., den wir als den Sohn des wahrhaftigen Gottes erkannt haben, [setzen wir] an die
zweite Stelle ...[,] und ... den prophetischen Geist [ehren wir] an dritter Stelle mit Fug und
Recht ..., das werden wir zeigen. Denn darin beschuldigt man uns der Torheit, indem man sagt,
dass wir die zweite Stelle nach dem unwandelbaren und ewigen Gott, dem Weltschöpfer, einem
gekreuzigten Menschen zuweisen. Das sagt man, weil man das darin eingeschlossene Geheimnis
nicht kennt“ (Erste Apologie, Kap. 13 [ANF 1,166f]).
Melito von Sardes um 170 n. Chr.:
„Der die Erde aufgehängt hatte, wurde aufgehängt. Der die Himmel angenagelt hatte, wurde an-
genagelt. Der das All befestigt hatte, wurde [am Kreuz] befestigt. Der Herr wurde geschmäht.
Gott wurde ermordet. Der König Israels wurde hingerichtet durch Israels Hand“ (Über das Pas-
sa 96 [ANF 8,758]).
Athenagoras von Athen um 175 n. Chr.:
„... dem einen Gott und seinem Sohn, dem Wort, das als vom Vater ungetrennt gedacht wird,
[ist] alles untergeordnet“ (Bittschrift für die Christen 18 [ANF 2,137]).
Irenäus von Lyon um 180 n. Chr.:
„Dass überhaupt keiner aus den Söhnen Adams schlechthin ‚Gott‘ oder ‚Herr‘ genannt wird, ha-
ben wir aus den Schriften nachgewiesen. Alle aber, die sich nur ein wenig um die Wahrheit küm-
mern, können sehen, dass er allein von allen Menschen, die jemals gewesen sind, im eigentlichen
Sinne als Gott und Herr und ewiger König und Einziggeborener und fleischgewordenes Wort von
allen Propheten und Aposteln und dem Geist selbst bekannt wird. ... Dass er zugleich der heilige
Herr und wunderbare Ratgeber und schön von Gestalt und der starke Geist sein werde, über den
Wolken kommend als erster Richter des Weltalls, dies alles haben die Schriften von ihm verkün-
det“ (Gegen die Häresien III.19,2 [ANF 1,449]).
Clemens von Alexandrien um 195 n. Chr.:
„Unser Erzieher, meine Kinder, gleicht Gott, seinem Vater, dessen Sohn er ist; er ist sündlos, oh-
ne Tadel und ohne Leidenschaften der Seele, ein unbefleckter Gott in der Gestalt eines Men-
schen, dem väterlichen Willen dienstbar – Gott, das Wort, der in dem Vater ist, der zur Rechten
des Vaters ist, der auch in Menschengestalt Gott ist“ (Der Erzieher I.2,1 [ANF 2,210]).
Tertullian um 197 n. Chr.:
„Allein wir schämen uns Christi nicht, wir freuen uns vielmehr, nach seinem Namen benannt und
um seinetwillen verurteilt zu werden; ... es ist also notwendig, über Christus, insofern er Gott ist,
einiges weniges zu sagen“ (Apologetikum, Kap. 21 [ANF 3,34]).
Hippolytus von Rom um 205 n. Chr.:
„Darum zitterten die Hüter des Hades, als sie ihn sahen, und die ehernen Tore und die eisernen
Riegel wurden zerbrochen. Denn siehe, der Einziggeborene ging ein, eine Seele unter Seelen,
Gott, das Wort, mit einer menschlichen Seele“ (ANF 5,194, ein Kommentar zu Lk 23).
Origenes um 225 n. Chr.:
„Wie es niemand anstößig findet, dass Christus Gott ist, wenn der Vater Gott ist, so darf man sich
auch nicht daran stoßen, dass der Sohn Gottes ‚allmächtig‘ genannt wird, wenn der Vater als ‚all-
mächtig‘ bezeichnet wird, sagt er doch selbst: ‚Alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist,
das ist mein‘ [Joh 17,10]. Wenn alles, was des Vaters ist, auch Christi ist, unter allem, was ist,
aber auch die Allmacht des Vaters begriffen ist, so muss unstrittig auch der Sohn allmächtig sein,
damit alles, was der Vater hat, auch der Sohn besitzt“ (Über die Grundlehren der Glaubenswis-
senschaft I.2,10 [ANF 4,250]).
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